Das letzte Quartett von Joseph Haydn stand Pate für Caroline Shaws Komposition „Entr’acte“, in der es stellenweise zitiert oder sein Kompositionsstil übernommen wird. Plötzlich befindet man sich in einer Art absurdem, subtilem Übergang – irrwitzig, feinsinnig, farbig. Caroline Shaw gewann 2013 als eine der wenigen Frauen und mit 30 Jahren als jüngste Gewinnerin, die es je gab, den Pulitzerpreis für Musik. „Wunderbar sensibel, mit herrlichen Klangfarben, immer wieder auch mit hochvirtuosem Elan” sei das Spiel von Lauma Skride, attestiert ihr der Bayerische Rundfunk. Kombiniert mit brillanter Technik gelingt es der Pianistin, auf den wichtigsten nationalen und internationalen Podien zu begeistern. Robert Schumanns einziges Klavierkonzert, ein musikalischer Liebesbrief für seine Clara, gilt als das romantische Klavierkonzert schlechthin. Den Abschluss des Konzertes bildet die vom gerade zwanzigjährigen Alexander von Zemlinsky komponierte klanggewaltige Symphonie Nr. 1, die der Romantik von Brahms oder Dvořák nahesteht. Trotz einer dramatisch-zupackenden Anlage schimmert in den ruhigen, lyrischen Momenten das Zerbrechliche der Schönheit in jeder Sekunde durch.
Caroline Shaw
„Entr’acte“
Robert Schumann
Klavierkonzert a-Moll op. 54
Alexander Zemlinsky
Symphonie Nr. 1 d-Moll
