In seinem Werk „Elysium“ thematisiert der Kanadier Samy Moussa das Paradies der griechischen Mythologie, das Helden und Auserwählten ein seliges Leben nach dem Tod verspricht. Mit seinen großen, schwebenden Klängen erinnert er dabei stellenweise an Anton Bruckner – und schlägt so den Bogen zu dessen 6. Symphonie, die von Bruckner selbst als die „Keckste“ bezeichnet wurde, vielleicht, weil sie sich erheblich von seinen vorherigen Symphonien unterscheidet: Unbeschwerter, weltlicher, fließender kommt sie daher, mit häufigen Harmoniewechseln und einer phantasievollen Instrumentierung. Der akzentuierte Rhythmus zu Beginn erinnert fast schon an Ravels „Boléro“, majestätisch, pompös und energiegeladen. Es folgen ein zweiter eher melancholischer und ein dritter Satz mit ungewöhnlichen Wechseln zwischen spukhaften Sequenzen und schmetterndem Blech. Schließlich löst sich die angestaute Anspannung im Finale.
Samy Moussa
„Elysium“
Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 6 A-Dur WAB 106
