Dienstag, 24.09.2019, 19:30 Uhr

Romantischer Tauchgang 2. Philharmonisches Konzert

  • Bergische Symphoniker
    • # Philharmonische Konzerte
Theater und Konzerthaus Solingen
Großer Konzertsaal
Eintritt: 24,00 - 38,00 €
  • + Konzert-Abo
Romantischer Tauchgang (24.09.2019 19:30)

Inhalt

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1847)
Konzert-Ouvertüre „Meeresstille und glückliche Fahrt“ op. 27

Robert Schumann (1810 - 1856)
Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129

Alexander von Zemlinsky (1871 - 1942)
Die Seejungfrau (Phantasie nach Hans Christian Andersen)

Expressive Wogen und symphonische Seestürme: Mendelssohns Konzert-Ouvertüre und Zemlinskys Seejungfrauen-Fantasie erschaffen eine märchenhafte Unterwasserwelt im Konzertsaal.

Robert Schumanns virtuos-komplexes Cellokonzert bereichert das Programm um weitere romantische Facetten. Georg Fritzsch ist der Kapitän am Steuerrad für diese stürmische symphonische Fahrt.

Einführungsvorträge zu beiden Konzerten hält Katherina Knees um 18.45 Uhr.

Das Konzert beginnt mit der Konzert-Ouvertüre „Meeresstille und glücke Fahrt“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Mendelssohn verehrte Goethe und hat in seinen Werken immer wieder Anregungen für die eigene musikalische Arbeit gefunden. Goethes Gedichte Meeresstille und Glückliche Fahrt, mit denen der Dichter 1795 die Eindrücke einer abenteuerlichen Schiffsreise verarbeitet hatte, waren die Inspirationsquelle für Mendelssohns Konzert-Ouvertüre.

Es folgt das Konzert für Violoncello und Orchester in a-Moll op. 129 von Robert Schumann, für das der Komponist nur knapp zwei Wochen benötigte. Das Werk lebt vor allem durch seine Intensität und Emotionalität, in der sich Schumanns Charakter zeigt: mal spielerisch, mal dramatisch, vor allem aber melancholisch.

Auf formaler Ebene gehen die drei Sätze nahtlos ineinander über und das Cello kann in dem anspruchsvollen Werk viele Facetten zeigen. Es beginnt leise, lyrisch und ausdrucksvoll. Der kurze langsame Satz ist ein Lied ohne Worte und könnte als heimliches Ständchen für sein Frau Clara verstanden werden. Dann geht es ungebremst in den letzten Satz über, in dem Robert Schumanns Genialität und Wahnsinn gleichermaßen durchblitzen. Schnelle Läufe und große Sprünge stellen den Solisten hier vor große Herausforderung. Von Schumann zwar spielerisch gemeint, wirkte dieser letzte Satz für Außenstehende so skurril, dass das Stück sogar als der Beginn von Schumanns geistiger Verwirrtheit – die Spätfolge seiner Syphilisinfektion – verstanden wurde.

Auch der Part des Orchesters ist ungewöhnlich. Das Publikum war bis dahin noch daran gewöhnt, die Orchesterstimmen in ihrer begleitenden Funktion wahrzunehmen. In diesem Fall aber wirkt das Orchester als gleichwertiger Partner neben dem Solisten.

Nach der Pause spielt das Orchester die symphonische Dichtung Die Seejungfrau von Alexander von Zemlinsky. Als Vorlage diente Hans Christian Andersens Märchen Die kleine Meerjungfrau, in dem sich bekanntlich eine Seejungfrau in einen menschlichen Prinzen verliebt und auf vielfältige Weise versucht, sein Herz zu erobern. Trotz härtester Entbehrungen erfüllt sich ihr Traum nicht, und sie beschließt zu sterben, um ihn aus dem Schicksal, in das sie ihn verflochten hat, zu retten.

Zemlinskys dreisätzige Komposition hangelt sich nicht rein programmatisch an Andersens Märchen entlang, sondern bringt vielmehr ganz unterschiedliche Seelenzustände zum Ausdruck, die durch Motive charakterisiert werden, die in ein klares, formales Konzept eingebunden sind und in allen Sätzen wiederkehren.

Isang Enders wurde 1988 in Frankfurt am Main geboren und nahm bereits im Alter von zwölf Jahren ein Jungstudium bei Michael Sanderling auf. Starken Einfluss hatten daraufhin Gustav Rivinius, Truls Mørk und im Besonderen die Mentorschaft des amerikanischen Cellisten Lynn Harrell.
Im Alter von 20 Jahren wurde Enders für die über eine Dekade unbesetzte Position des 1. Konzertmeisters der Violoncelli der Sächsischen Staatskapelle Dresden engagiert und war daraufhin vier Jahre Solocellist des Orchesters. 2012 verließ er Dresden und widmet sich seither dem Weg als Solist. Isang Enders kam oft in den Genuss mit großen Dirigenten und Kammermusikpartnern auf den wichtigen Bühnen zu stehen und konzertiert mittlerweile um den ganzen Globus und stellt die Breite seines Repertoires dabei in den Vordergrund. So brachte er das Cellokonzert von Unsuk Chin nach Stavanger, zum Orchestre Philharmonique de Radio France nach Paris, nach Tokyo in die Opera City Hall und auch nach Sao Paolo in Brasilien. Darüber hinaus gastierte er mit den Bachsuiten beim Bach Festival in Montreal, in Melbourne, der Essener und Kölner Philharmonie und wird seine Interpretation sogar nach Malta bringen.
In der vergangenen Saison stechen eine Asientournee mit der Tschechischen Philharmonie und dem Dvořák Cellokonzert, sowie seine Gastspiele in Hongkong, der New Yorker Carnegie Hall, Singapur und im Concertgebouw Amsterdam hervor.

Georg Fritzsch stammt aus Meißen und erhielt seine musikalische Ausbildung an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Er studierte zunächst Violoncello, war als Solocellist beim Philharmonischen Orchester Gera engagiert und widmete sich zeitgleich dem Dirigierstudium in Dresden und Leipzig. Bis 2003 war er Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters Südwestfalen, Chefdirigent des Tiroler Symphonie Orchesters/Tiroler Landestheater Innsbruck, Generalmusikdirektor der Landeshauptstadt Kiel und Berufung zum Generalmusikdirektor der Badischen Staatskapelle und des Badischen Staatstheaters Karlsruhe. Umfangreiche Verpflichtungen als Gastdirigent führten Georg Fritzsch an die Staatsopern Dresden, Hannover und Stuttgart, an das Aalto Theater Essen, das Nationaltheater Weimar, die Deutsche Oper am Rhein und an das Gran Théâtre de Genève. Sein breit gefächertes Konzert- und Opernrepertoire umfasst Werke der deutschen Klassik und Romantik sowie zeitgenössische Kompositionen, Uraufführungen von Matthus, Kirchner und Kunad. Konzertengagements mit Orchestern wie der Sächsischen Staatskapelle Dresden, des Deutschen Symphonie Orchesters Berlin, des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, des Gürzenich Orchesters Köln und des Staatsorchesters Stuttgart sowie Verpflichtungen in Österreich, der Schweiz und China.

Georg Fritzsch hat eine Professur für Dirigieren an der Hochschule für Musik und Theater München.

 

 

Mitwirkende

Bergische Symphoniker

Leitung: Georg Fritzsch

Solist: Isang Enders, Violoncello

……………………………………………………………….

Konzert in Remscheid:
Mittwoch · 25.09.2019 · 19:30 Uhr
Teo Otto Theater

Veranstalter

Kulturmanagement Solingen